Jeder Zweite durch Lebenskrisen in Leistungsfähigkeit eingeschränkt

Fehlzeiten-Report 2017 und Umfrage der AOK zu mentaler Leistungsfähigkeit

21.09.2017

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Allgemeines, Studien/Reports

Die aktuelle Befragung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) verdeutlicht, wie stark Krisen Gesundheit und Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen. Führungskräfte und Unterstützungsmaßnahmen in den Unternehmen können helfen.

Kritische Lebensereignisse haben Auswirkung auf die mentale Leistungsfähigkeit von Beschäftigten. In welchem Umfang, diese den Job beeinflussen, damit hat sie das WIdO beschäftigt und eine telefonische Befragung unter 2000 Erwerbstätigen durchgeführt.

Demnach hat jeder zweite der Befragten über eine Krise berichtet, sei es nun eine Erkrankung im familiären Umfeld, Konflikte, Scheidung oder Tod eines nahen Angehörigen. 80,8 % dieser betroffenen Beschäftigten berichten über eine starke Beeinflussung des Lebens insgesamt sowie der seelischen und körperlichen Gesundheit. Auch die Berufstätigkeit wird bei zwei Dritteln in Mitleidenschaft gezogen.

„Natürlich wirken sich kritische Ereignisse im privaten Umfeld auch auf die mentale Fitness im Arbeitsumfeld aus. Wir geben ja alle nicht unser Privatleben an der Türe ab, wenn wir zur Arbeit gehen. Das kennt jeder – diese Themen beschäftigen uns den ganzen Tag.“ sagt Dr. Hansjörg Becker, Gründer und Inhaber von INSITE. „Und genau da können Unternehmen ansetzen und zur Entlastung ihrer Mitarbeiter beitragen. Indem sie ihren Beschäftigten durch eine externe Mitarbeiterberatung ein starkes Tool an die Hand geben, um selbst wieder steuerungs- und leistungsfähiger zu werden.“

Eine externe Mitarbeiterberatung (Employee Assistance Programm – EAP) bietet Beschäftigten schnellen Zugriff auf ein professionelles Beraternetzwerk. Psychologen, Anwälte, Ärzte und Pflegeberater sind Teil dieses Netzwerkes, die mit ihrem Fachwissen unterstützen und helfen, einen Blick von außen auf die aktuelle Situation zu werfen.

Laut Helmut Schröder, Herausgeber des Fehlzeiten-Reports, werden aufgrund der zunehmenden Mobilität und den damit zusammenhängenden Veränderungen traditioneller Bindungen, die bisherigen Unterstützungssysteme im sozialen Umfeld immer weiter abnehmen. Weiterhin führt der demografische Wandel dazu, dass es anteilig mehr ältere Arbeitnehmer gibt. Damit zwangsläufig verbunden ist eine Zunahme der kritischen Lebensereignisse, wie Erkrankungen oder aber Tod des Partners. Unternehmen, die gesunde und leistungsfähige Mitarbeiter an ihr Unternehmen binden wollen, werden sich daher vermehrt mit dem Umgang von kritischen Lebenssitzungen auseinandersetzen.

Der Fehlzeiten-Report nennt die „Vermittlung professioneller externer Hilfe“ als eines der wichtigen Unterstützungsmaßnahmen im Betrieb – neben u.a. Gesprächen mit dem Vorgesetzten.

„Gerade Führungskräfte sollten sich bewusst werden, wie sie ihren Mitarbeiter in solch schwierigen Situationen helfen können. Gesunde Mitarbeiterführung heißt auch, einen Mitarbeiter ansprechen, seine Sorge äußern und ggf. auf die Unterstützungsprogramme im Unternehmen hinweisen. Dies ist einer der Bausteine, die wir in unserem ‚Gesund Führen‘-Seminar vermitteln.“ so Hansjörg Becker von INSITE.

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 http://aok-bv.de/presse/pressemitteilungen/2017/index_19250.html